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11. Schlafstörungen


Schlafmitteltherapie


Vorteile


Schlafmittel wirken weitgehend ohne Latenz, sofort bei einmaliger abendlicher Einnahme, bei mehr als 90% der Patienten spätestens nach 3 Tagen täglicher Einnahme.


Abhängig von der Dosis ist ein nahezu 100-prozentiger Wirkerfolg zumindest in der Anfangszeit der Behandlung sicher.


Schlafmittel können sekundäre schlafstörungsverstärkende Komponenten (z.B. Angst) positiv beeinflussen.


Der sofortige Wirkerfolg fördert bei einigen Patienten die Compliance und legt die psychisch-physische Voraussetzung für den Beginn anderer, z.B. nichtmedikamentöser Therapieverfahren.



Nachteile


Knapp die Hälfte der Schlafgestörten beklagen unter einer langfristigen Behandlung mit Schlafmittel weiter Schlafstörungen.


Das Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial vor allem bei Benzodiazepin-Schlafmitteln und die Nebenwirkungsproblematik sedierender Substanzen wie Antidepressiva oder Neuroleptika schränken die Anwendbarkeit ein.


Schlafmittel können die Symptome von den Schlafstörungen zugrunde liegenden körperlichen oder psychischen Erkrankungen verschleiern.


Eine Schlafmitteleinnahme bewirkt bei einigen Patienten eine passive Haltung, die in Verbindung mit einem nach erstmaligen Einnahme prompt verbessertem Schlag dazu führt, die kausale Therapie zu vernachlässigen.


nach HAJAK UND RÜTHER 2000

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